Bierlexikon


Leichtbier

Verbreitung:   gesamte Bundesrepublik
Biergattung:   Leichtbier wird meist als Schankbier, aber auch als Vollbier (Pils, Weizen, Alt, Kölsch) hergestellt
Stammwürze in %:   Schankbiere meist 7 bis unter 11, Vollbiere über 11
Alkoholgehalt in % vol:   ab 2 bis ca. 3,2
Charakteristik:   bierige Alternative für kalorienbewußten
Brauprozeß:   während der Gärung wird entweder die Bildung von Alkohol vermindert oder der Alkohol nach der Gärung teilweise entfernt
Bierpflege:   ideale Trinktemperatur ca. 7 Grad Celsius
Sonstiges:   Leichtbier hat etwa die gleiche Kalorienzahl wie Magermilch; es hat 40 Prozent weniger Brennwert bzw. Alkohol als Vollbier


Leichtbierspezialitäten ergänzen die klassischen Vollbiere
In den letzten Jahren haben sich die Verbrauchereinstellungen in hohem Maße verändert. Die meisten Bürger wollen das Leben möglichst in vollen Zügen genießen, dabei aber aktiv sein und fit bleiben. Dazu gehört für sie eine bewußte Ernährung höchster Qualität.
    Jung, frisch und leicht ist die Devise, vorwiegend der jüngeren und jung gebliebenen Verbraucher - ohne daß davon die tägliche Kalorienaufnahme des deutschen Verbrauchers berührt würde. Der Ernährungsbericht der Bundesregierung spricht da seine eigene Sprache.

Weniger Alkohol und weniger Kalorien
Leichtbiere sind ebenso wie alkoholfreie Biere immer ein geeignetes Getränk, wenn man gerne ein Gläschen mehr trinken möchte zu einem schmackhaften Essen oder in froher Runde. Sie sind als eigenständige Spezies die ideale Ergänzung der Vollbiere und die bierige Alternative zu anderen Getränken.
    Bei normalem Genuß dieser Leichtbiere ergeben sich Blutalkoholwerte, die deutlich niedriger sind, als es den fehlenden 40 Prozent Alkohol entspricht. Das ist vorwiegend darauf zurückzuführen, daß bei diesen Bieren der Alkoholgehalt in eine größere Wasser- und Nährstoffmenge "eingebettet" ist als beim Vollbier.

Kalorienreduzierung ohne Zusatzstoffe
Für die Brauer in der Bundesrepublik ist es selbstverständlich, daß sie auch die leichten Biere nach dem Deutschen Reinheitsgebot von 1516 herstellen. Leichtbier wird also, ebenso wie alle deutschen Biere, ausschließlich unter Verwendung von Malz, Hopfen, Hefe und Wasser gebraut. Bei den speziellen Brauverfahren für die Leichtbiere wird ein großer Teil des aus diesen natürlichen Rohstoffen bei der Gärung entstandenen Alkohols entzogen. Die Bildung von Alkohol kann aber auch während der Gärung vermindert werden. Damit wird auch der Kalorienwert reduziert.
    Somit enthält Leichtbier bei normaler Vergärung mindestens 40 Prozent weniger Brennwert bzw. Alkohol als im Durchschnitt ein normales Vollbier, wie beispielsweise das in Deutschland am meisten getrunkene Pils, das 380 Kcal pro Liter aufweist. Zum Vergleich sei daran erinnert, daß beispielsweise ein Liter milder Weißwein rd. 700 Kcal oder ein Liter Traubensaft 740 Kcal enthält.

Stammwürze und Alkoholgehalt
In der Bundesrepublik ordnet die Bierverordnung die einzelnen Biergattungen nach dem Stammwürzegehalt ein. Dies ist der Gehalt der unvergorenen Anstellwürze, die aus Malz gewonnen wird. 12 Prozent Stammwürze bei einem Pils beispielsweise bedeutet also, daß in 1000 g Bierwürze vor dem Gären 120 g Extrakt, wie Malzzucker, Eiweiß, Mineralien, Vitamine und Spurenelemente vorhanden waren, wie sie in den natürlichen Rohstoffen Malz, Hopfen, Hefe und Wasser enthalten sind.
    Die Leichtbiere müssen einen Stammwürzegehalt von 7 bis unter 11 Prozent haben. Werden sie als Vollbiere produziert, haben sie einen Stammwürzegehalt zwischen 11 und 14 Prozent. Entweder wird der entstandene Alkohol anschließend reduziert oder aber die Gärung nach speziellen Verfahren auf schonende Weise unterbrochen. Damit wird für das Leichtbier sowohl ein geringer Alkoholgehalt erzielt als auch die Kalorienzahl niedrig gehalten.
    Am besten mundet Leichtbier bei einer Trinktemperatur von etwa 7 Grad Celsius, also wie es aus einem normalen Haushaltskühlschrank entnommen wird oder aus der gekühlten Zapfsäule des Gastronomen fließt.
 

Diese Seiten wurden uns freundlicherweise vom
Deutschen Brauer-Bund zur Verfügung gestellt.


 
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